World War Z – Wer länger lebt, ist später tot

Gepostet von am Dez 26, 2012 in Zombiebücher, Zombiecollection, Zombietotal | Keine Kommentare

World War Z – Wer länger lebt, ist später tot

Über das Buch von Max Brooks: World War Z – an oral History of the Zombie War wurde bereits sehr viel Positives geschrieben. Ich muss leider sagen, dass ich es nur durchschnittlich fand. Das liegt in erster Linie daran, dass es eindeutig von einem Amerikaner mit eher oberflächlichen Kenntnissen, was den Rest der Welt betrifft,  für den amerikanischen Markt geschrieben wurde.  Ist schade darum, weil die Art des Buches durchaus kreativ ist und eine interessante Herangehensweise darstellt, aber hier zeigt sich eine stereotype und sehr vereinfachte Sichweise auf Kulturen außerhalb der United States of America. So etwas nervt mich einfach.

Dazu kommt, dass Max Brooks nicht wirklich gut schreiben kann. Die Sprache ist sehr einfach, in keinster Weise besonders und deckt nur einen traurig kleinen Wortschatz ab. Wenn man das Buch wie ich im englischen Original liest, ist das  natürlich von Vorteil für das Verständnis und deshalb auch für Anfänger absolut geeignet. Aber auf Deutsch wird es wohl noch mehr verlieren und hätte mich wahrscheinlich sprachlich gelangweilt.

Was an dem Buch gut ist, ist die Idee und die Art der Darstellung der globalen Katastrophe. Denn der World War Z wird über eine Zusammenstellung von chronologisch geordneten Interviews und Berichten unterschiedlicher Personen aus verschiedenen Weltregionen beschrieben. Durch diese weltumspannende Erzählung mithilfe von „Augenzeugenberichten“ im zehn Jahre dauernden Krieg gegen die Zombies entsteht eine wirklich schöne Realitätsnähe.

Jedes Interview hat seinen eigenen Stil und gibt vielschichtig die Persönlichkeit des Protagonisten und seine Rolle im Konflikt wieder. Die ständigen Wechsel der Erzähler und aprupten Enden einzelner Geschichten können aber dazu führen, dass manche Leser auf der Strecke bleiben, weil Ihr Spannungsbogen einmal zu oft zerhackt wurde.

Nicht ganz so klar ist auch, warum überall auf der Welt seitens der Staaten und der Medien versucht werden sollte, Informationen zu der Epidemie zu unterdrücken oder herunterzuspielen und das auch noch über viele Monate funktionieren sollte. Das ist angesichts moderner Kommunikationsmittel einfach Quatsch. Bei einem Buch, dass Realitätsnähe suggeriert, sollten solche „Verschwörungstheorien“  unterbleiben, aber Amerikaner lieben ja so etwas leider.

Inhalt World War Z

Die Epidemie beginnt in China und wird dort so lange wie möglich totgeschwiegen und aus Ignoranz und Unverständnis mit dem Stempel krimineller Aktivitäten versehen. Dadurch entsteht im Ausland der Eindruck, es handele sich womöglich um regionale Aufstände oder eine unterdrückte Revolution und keine Pandemie, weswegen keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Detailliert wird dargestellt, wie die Krankheit in verschiedene Länder eingeschleppt wird und wie global auf die Zombies reagiert wird.

Kuba ist ein Land, was von dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft profitiert und zu unbekannten neuen Größen findet. Israel und Südafrika sind die Länder, die sich ebenfalls hervorragend behaupten können, da sie eine Art Masterplan entwickeln, die die  Regierungen umsetzen. Die ethischen Implikationen, die diese Pläne beinhalten, nämlich in  zu rettende und nicht zu rettende Menschen zu unterteilen und Infizierte gnadenlos auszusortieren, wird ausgiebigst von den entsprechenden Protagonisten diskutiert. Die Pläne werden aber im Endeffekt in allen Ländern in entsprechender Form angewendet und führen schließlich zum Sieg im Krieg gegen die Zombies.

Vor dem Hintergrund des World War Z thematisieren die aus allen Herrenländern und  Schichten stammenden Interviewten moralische, militärische und politische Aspekte und natürlich, wie sie es geschafft haben, zu überleben.

Film World War Z

Absolut klar ist, warum diese Buch verfilmt wird. Die Idee mit diesen detailreichen „echten“ Interviews ist interessant und neu und sie geben jede Menge Material her, um einen World War Z bildreich und beängstigend darzustellen. Aber ein wirklich gutes und spannendes Buch ist dann doch etwas anderes. Ich empfehle, den Film anzusehen, der sieht nach mehr aus…

 

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