Night of the living dead – Nacht der lebenden Toten – 1968

Gepostet von am Jan 26, 2013 in Zombiefilme, Zombietotal | Keine Kommentare

Night of the living dead – Nacht der lebenden Toten – 1968

So ich habe mir jetzt mal den Zombieklassiker schlechthin – die Night of the living dead von George A. Romero aus dem Jahr 1968 in der  nachkolorierten Version angetan.

Night of the living dead als Sozialkritik

Ja, der Film ist  interessant und empfehlenswert, aber auf ganz andere Weise als man vermuten würde. Denn das ist ein sozialkritischer Film, der die gesellschaftlichen Umstände in den USA Ende der 60er Jahre abbildet.  Romero drückt überaus deutlich seine Unzufriedenheit über die Diskriminierung der Schwarzen  in den Südstaaten aus . Die Hauptfigur des Films wird von einem Scharzen gespielt, der als einziger die filmische Situation im Griff hat. Dass dieser starke und kluge Charakter am Ende des Films auf Geheiß eines Südstaaten Sheriffs erschossen wird, muss im TodesjaBen in Night of the living deadhr von Martin Luther King wie eine Botschaft der Bürgerrechtsbewegung mit außerordentlicher Signalwirkung verstanden worden sein. Diese Botschaft wird durch die wie  Zeitungsausschnitte wirkenden Schlussbilder noch verstärkt. Insgesamt bin ich doch sehr überrascht, dies alles  in dem ersten richtigen Zombiefilm überhaupt vorzufinden, es erklärt aber, warum dieser Film in die Filmsammlung des Museum of Modern Art aufgenommen und als erhaltenswertes Kulturgut im National Film Registry eingetragen wurde.

Bewertung nach heutigem Maßstab

Wer allerdings denkt, Night of the living dead würde sich mit einem Actionfilm heutigen Zuschnitts messen können, wird sehr enttäuscht werden. Der als Freizeitprojekt ursprünglich in schwarz-weiß gedrehte Film wurde aus Kostengründen hauptsächlich mit Laiendarstellern gedreht, die teilweise Freunde und Bekannte Romeros waren. Die schauspielerische Barbara in Night of the living deadLeistung ist deshalb bei weitem nicht auf dem Niveau, das man in einem Kinofilm erwarten würde. Mich hat auch die Darstellung der weiblichen Charaktere schier in den Wahnsinn getrieben, wobei ich Barbara an Bens Stelle bereits nach wenigen Minuten dermaßen eine geknallt hätte, dass sie im Film nicht mehr aufgetaucht wäre. Mir ist natürlich klar, dass hier das Frauenbild der 60er abgebildet wird, das von dümmlichen, nicht selbst entscheidungs- oder handlungsfähigen, aber adrette gestylten Hausfrauchen als weiblichem Ideal ausgeht, das macht es aber nicht besser.

Die Filmmusik weist wie für die damalige Zeit üblich überdeutlich auf die Schock- und Spannungseffekte hin. Musik ist heutzutage aber deutlich subtiler, der Wink mit dem Zaupfahl irritiert mich schon deutlich. The night of the living dead ist auch eigentlich nicht gruslig genug, um als Horrorfilm zu gelten, da man heutzutage in dem Genre sehr viel mehr Brutalität gewöhnt ist. Special effects gabs natürlich 1968 auch nicht. Atmosphäre hat der Film aber ohne Frage.

Genremeilenstein

Der Film ist aber aus einem ganz besonderen Grund ein Meilenstein des Horror-Genres, denn hier werden Zombies erstmals nicht als willenlose Voodoo-Sklaven dargestellt, sondern als aus eigener Kraft aus den Gräbern steigende lebende Tote, die sogar intelligent sind und Waffen und Werkzeug benutzen können. Die erzählte  Geschichte hat auch eine interessante Tiefe, denn wie in der Realität auch sind die wahren Monster keineswegs irgendwelche Zombies, sondern die Lebenden.

Alles in allem, klare Kaufempfehlung, da muss ein wahrer Zombiefan einfach durch.

 

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