Armbrüste-Guide Technik und Kaufberatung

Gepostet von am Apr 10, 2013 in Zombie Waffen, Zombiejäger, Zombietotal | 12 Kommentare

Armbrüste-Guide Technik und Kaufberatung

Sympathieträger Daryl Dixon aus „The Walking Dead“ zeigt mit seiner Horton Scout 125, was für eine unglaublich wirksame, moderne und faszinierende Waffe eine Armbrust sein kann. Deshalb ist nach meinem Artikel über die Vixen II von Excalibur dies Bericht Nr. 2, der Euch einen tieferen Einblick in das Thema Armbrust geben soll. Für Armbrüste gilt insbesondere, dass die Kraft im Oberkörper nicht so wichtig und die Technik einfacher ist als bei einem Bogen. Bei Armbrüsten gibt es jedenfalls zwei grundlegende bauliche Unterschiede, die die Kaufentscheidung beeinflussen, nämlich Recurve und Compound

Recurve-Armbrust

Die Recurve- Armbrust stellt die ältere und einfachere Bauweise dieses Waffentyps dar. Es ist das grundlegende Konzept seit es Armbrüste gibt. Der Begriff Recurve bedeutet, dass die Spitzen der Bogeneinheit zurückgebogen sind, wenn die Sehne nicht gespannt ist. Die Bögen sind ganz schlicht konstruiert und bestehen aus einem Schaft, der Bogeneinheit, einer Sehne und dem Abzug. Die Einfachheit in der Bauweise überträgt sich auf die Einfachheit in der Anwendung, weshalb diese bei Anfängern beliebt sind. Sie sind größer und breiter als die gleich folgenden Compound-Armbrüste, tendenziell leiser und der Sehnenwechsel ist viel leichter. Recurvearmbrüste können in Ihrer Ausdehnung (Bogen mal Schaft) auf 1 Quadratmeter kommen. Die Bogeneinheit besteht üblicherweise aus einem einfachen Metall, Glasfaser oder Holz.  Diese Einfachheit hat allerdings ihren Preis, da sie in Bezug auf Genauigkeit oder Leistung mit Compoundarmbrüsten nicht immer mithalten können. Dies liegt insbesondere daran, dass bei Recurvearmbrüste der Pfeil sofort nach dem Abzug das Maximum der Bogenleistung erreicht und die Leistung bereits durch die Trägheit des Pfeils abnimmt, während sich der Pfeil auf der Pfeilführungsschiene befindet. Dadurch entstehen zusätzlich Eigenvibrationen, die zu Lasten der Präzision gehen.

Compound-Armbrust

Compounds beruhen auf modernerer Technik und sind sehr kompakt. Sie sind in der Regel auch leichter und bieten eine Menge Power für ihre kleine Statur. Bei Compoundbögen hat der Pfeil beim Abschuss am Anfang der Pfeilführungsschiene eine relativ niedrige Pfeilgeschwindigkeit und erreicht sein Geschwindigkeitsmaximum erst am Ende der Schiene. So werden die Trägheit des Pfeils und die Eigenvibrationen äußerst gering gehalten. Deshalb übermitteln Compounds typischerweise mehr Energie, Geschwindigkeit und Leistung in Hinblick auf ihr Ziel. Die Sehne bei Compound weist zusätzlich eine sehr lange Haltbarkeit auf, muss aber vom Fachmann oder mittels einer Presse in Eigenregie gewechselt werden. Das Spannen ist mithilfe unterstützender Technologien zumeist einfacher als bei einer Recurve. Insgesamt betrachten die meisten Compounds als  sicherer und manchmal als leichter zu bedienen.

Zusammengefasst sind Compounds kleiner, kompakter, effizienter, aber meistens auch teurer. Recurves sind toll für Anfänger oder diejenigen, die die Einfachheit in der Konstruktion und Funktion wünschen. Viele der Top-Hersteller stellen beide Typen her.

Teile Recurve-Armbrust

  • Arrow retention spring = Haltefeder
  • Barrel = Lauf
  • Cocking stirrup = Fußspannbügel
  • Flight groove = Pfeilführung
  • Foregrip = Griff
  • Latch = Schloss (-klappe)
  • Limb= Bogen (-einheit)
  • Riser = Mittelstück
  • Serving = Verstärkung
  • Sight = Zielfernrohr
  • Sight bridge = Diopter
  • Stock = Schaft
  • String = Sehne

Leistung und Gewicht von Armbrüsten

Wenn von der Leistung einer Armbrust gesprochen wird, wird damit grundsätzlich gemeint, wie viel Energie die Armbrust unabhängig von Zuggwichten (lbs) auf den Pfeil übertragen kann. Eine leistungsstarke Armbrust muss mindestens eine Auszugslänge von über 10 Zoll, was etwa 25 cm entspricht, aufweisen. Nur der Schweizer Hersteller „Swiss Crossbow Makers“ hat es mit einer besonderen Technik geschafft, von dieser Regel ausgenommen zu sein. Die Auszugslänge ist übrigens als der Weg von Sehnenruhestand zu Schloss definiert.

Hohe Zuggewichte, also die Zugkraft der Armbrust, erhöhen nicht ihre Leistung und sind für Pfeilenergie und Pfeilgeschwindigkeit zweitrangig. Es kommt in erster Linie auf die Auszugslänge und das Rollen- und Sehnensystem an, also auf die Übersetzung. Hier muss man also beim Kauf aufpassen, dass man sich nicht von hohe Zuggewichten täuschen lässt.

Beim Kauf einer Armbrust sollte man weiterhin das Gewicht nicht überbewerten, wobei  die üblichen Gewichte von Armbrüsten zwischen ca. 3 – 7 kg liegen. Denn mit einer schwereren Armbrust kann man tatsächlich einfacher zielen. Sofern man also mit seiner Armbrust keine Jagdausflüge plant, bei der man auf langer Strecke zu Fuß wandert, muss man sich keine Sorgen, wenn sie einem zuerst zu schwer vorkommt. Genauigkeit und Stabilität sind deutlich wichtiger.

Qualität

Top

 

  • Abzugseinheit öffnet nach oben
  • Abzugseinheit besteht aus gehärteten Stahlteilen
  • Zielfernrohrschiene aus Metall (Bereich, an dem das Zielfernrohr mit der Zielfernrohrmontage befestigt ist)
  • Pfeilführungsschiene aus Metall
  • Lauf hat Aluminiumkern, an dem auch der Riser befestigt ist

FLOP

  • Abzugseinheit aus minderwertigem Blech oder Plastik
  •  Tear drop Ösen für die Sehne (veraltet,  Leistungsverlust)
  • Sehne dehnt sich wie ein Gummiband
  • Zielfernrohrschiene aus Plastik (schlechter  Sitz des Zielfernrohrs)
  • Pfeilführungsschiene aus Kunststoff

 

Wichtiges Zubehör für die Armbrust

  • Spannhilfe

Aus mehreren Gründen  sollte man immer eine Spannhilfe benutzen. Erstens,  je leistungsfähiger die Armbrust ist, desto sicherer wird der Gebrauch mit einer Spannhilfe, das ist schon einmal ein wichtiger Aspekt. Zweitens lässt sich der Armbrustbogen viel gleichmäßiger Spannen und erhöht dadurch die Präzision des Schusses. Schließlich ist die Zugerleichterung bei einer Spannhilfe nicht zu vernachlässigen, insbesondere, wenn man nicht zu den Stärksten gehört.

  • Pfeilführungsschiene

Es ist besser, eine Armbrust mit Pfeilführungsschiene zu kaufen. Die Idee hinter den sogenannten „Trackless“ Armbrüsten, bei denen der Pfeil nicht auf einer Schiene aufliegt, sondern nur auf  Schloss und der vorderen Pfeilauflage wie bei einem Bogen, ist durch die Verwendung moderne Materialien wie Teflon bei heutigen Armbüsten überholt worden.

  •  Zielfernrohr

Achtung, einige Armbrustmodelle werden in der Grundausstattung ohne Zielfernrohrmontageschiene angeboten.

  • Trockenschusssicherung

Sie verhindert, dass die Armbrust ohne Pfeil geschossen werden kann, dies ist wichtig, da absichtliches oder versehentliches Schießen ohne Pfeil den Armbrustbogen stark beschädigen kann.

 

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12 Kommentare

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  1. Jörg

    Super Beitrag, konnte mich fortbilden. Danke

  2. schwarzpulver

    …..sehr interessant und hilfreich, war/bin auf der suche nach wissen, möchte im frühjahr eine armbrust kaufen….

  3. MacGyver

    Sehr geiler Beitrag, konnte mir als Neuling mit meiner Jaguar doch gleich mal ein paar neue Begriffe aneignen und Wissenslücken schliessen. Danke.
    Ausser: “ Top: Pfeilführungsschiene aus Metall, Flop: Pfeilführungsschiene aus Plastik oder Metall…. Versteh ich nicht“ ^^

  4. Der Joerch

    Sind die Armbrüste von Poe Lang grundsätzlich abzulehnen oder ganz Ok!?
    Preislich scheinen die mir (im speziellen die Compound Armbrust Titan Camo 200 lbs) doch vergleichsweise günstig und machen meiner Meinung nach, in div. YouTube Videos echt was her!?
    Dazu möchte ich sagen das ich da echt Respekt vor habe und mich im Vorfeld mit einem Bogenverein kurzgeschlossen hab. Auf deren Bahn dürfte ich schießen.
    Als Schlosser hab ich schon Stahlseile reißen gesehen und kann in etwa einschätzen was für Schaden so ein Ding anrichtet. Vor allem wenn einem sowas um die Ohren fliegt weil die Qualität nicht stimmt!!!
    Deswegen hätte ich gerne mal gewusst ob die Teile von Poe Lang bzw. Man Kung zu gebrauchen sind.
    Best regards
    Der Joerch

    • Mitch

      Ich habe keine persönlichen Erfahrung mit den Poe Lang Bögen oder Armbrüsten. Ein Kumpel von mir hatte mal einen Bogen von denen und meinte, dass die für ab und zu mal schießen in Ordnung sind, wenn man sich aber ernsthafter mit dem Sport beschäftigen möchte, wäre ein „Marken“-Produkt besser.
      Ich habe mal ein wenig über Man Kung recherchiert und auch viel positives gelesen. Viele stehen halt auch immer auf die Markenprodukte wie Barnett oder Horton. Ich denke, bei der richtigen Wartung (also auch mal die Sehne tauschen etc.) kann man gut und gerne eine Poe Lang oder Man Kung Armbrust gebrauchen und Spass dabei haben.

      • Der Joerch

        Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
        Das hat mir schon sehr geholfen :-)
        Der Joerch

    • Der Joerch

      Ich besitze seit dem 03.09.15 die MK XB-52
      Habe mich nicht nur hier (übrigens vielen Dank nochmal) sondern auch über diverse YouTube Videos kundig gemacht.
      Ein namhafter Vertreiber von „Markenarmbrüsten“ hatte mir nicht vom Kauf abgeraten (ganz ehrlich hätte ich das so nicht erwartet) und mir sehr gute Tips gegeben!!!
      Der wirklich sehr günstige Preis ließ nicht viel erwarten.
      Gut…Päckchen kommt und sagen wir einfach mal „der Asiate packt gerne lose und mit viel Freiraum“ 😉 da wurde schonmal gespart!
      Erstmal lieblos zusammengeschlüsselt das Teil (Ikea is schwieriger) und wir haben eine Armbrust!
      Blickprüfung (was Fertigungsgrate und klappernde Teile angeht bin ich Autist, da dreh ich durch) einiges an Arbeit! 😉
      Grate entfernt, Frontgriff etwas modifiziert, Scope hatte zwei kleine Einschlüsse die zwar nicht gestört mich aber genervt haben (ausgetauscht), verstellbare Schulterstütze (furchtbares Geklapper) Silikontropfen gesetzt, da wackelt nix mehr.
      Also ab auf die Bahn!!!
      Tischken aufgebaut, Scheibe aufgestellt, Crossbow auf die Theke. Hmmm…einschießen.
      Erstma 30m angepeilt uuuund meinen grünen Laser auf die Rail geschnallt 😉
      Scope auf den Punkt gezogen…BATSCH! Bolzen unten links durch die (jaajaaa…selbstgebastelt) Scheibe un ich lach mir nen Ast 😀
      Bolzen gegen Spundwand…0:1
      Tischken auf rund 55m zurück (vorher natürlich Scope nachgestellt) BATSCH!
      Bolzen bis zu den Federn versenkt (aber wir kommen der Sache näher) un kaputt 😉
      Scheibendicke verdoppeln, Scope nochma en Feintunig verpassen, 70m un siehe…de Karbonjungens machen dat wat se sollen :-)
      9xBATSCH mit einem Ausreißer von 15cm!?
      Seitdem bin ich glücklich mit dem Kauf und bin vollends zufrieden!!!
      Ich nehm dem Ding auch ernsthaft die 385fps ab!!!
      Der Joerch :-)
      …Oh, eins noch…beim Erwerb eines neuen Zielfernrohres mal die Abmaße des Herstellers beachten…hab ich beim auspacken gelacht…dat Neue is so widersinnig groß 😀 aaaber geil 😉

    • Mike

      ..in einem speziellen Forum zu Armbrüsten hatte ich einen längeren Thread zu den Titan-Teilen gelesen. Bis auf das Manko daß sich die Camouflage am Schaft etwas zeitig löst, ist die Armbrust technisch anscheinend wirklich okay und kann auch bei den Markenherstellern durchaus mitspielen…..

      …das Teil ist auch mein Favorit .-)

  5. Jack

    Hallo Leute,

    Ich überlege mir die (Compound Armbrust Panther 150 Ibs schwarz) bei Kotte-Zeller zu kaufen, weis

    nun bloß noch nicht ob sie nun so gut ist oder nicht.

    Deshalb wollte ich fragen ob mich da jemand so ein bisschen beraten könnte ?

    Danke für alle Antworten

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